Eine neue Welle der Automatisierung und intelligenten Technologien sowie ein durch die Corona-Pandemie bedingtes verändertes Konsumverhalten führen in vielen Unternehmen zu personellen Überkapazitäten. Gleichzeitig verstärkt der Fachkräftemangel die bedrohlichen Auswirkungen in Unternehmen, die sich mit neuen qualitativen Anforderungen an den Personalbedarf auseinandersetzen müssen. 

Dass es für Unternehmen immer schwieriger wird, Fachkräfte zur Besetzung der vakanten Stellen zu finden, untermauert die im April veröffentlichte Studie der Bundesagentur [1] für Arbeit, die aufzeigt, dass ein Unternehmen im Jahr 2010 durchschnittlich 57 Tage benötigte, um eine vakante Stelle zu besetzen, im Jahr 2020 mit 132 Tagen ein historischer Höchstwert erreicht wurde. 

Personelle Überkapazitäten und Fachkräftemangel schließen sich somit nicht gegenseitig aus – im Gegenteil, sie treten für viele Unternehmen gleichzeitig auf und führen zu höheren Kosten und verringerten Umsätzen.

Neue Lösungsansätze und Instrumente

Angesichts dieser Ausgangslage sollten Unternehmen auf neue Lösungsansätze und Instrumente zurückgreifen, um dem Fachkräftemangel durch vorausschauende und zielgerichtete Mitarbeiterqualifikation entgegenzuwirken. Um den bestehenden vielfältigen Herausforderungen Rechnung zu tragen, ist der Gesetzgeber gefordert, das bestehende Instrumentarium anzupassen und die immanente Regelungslücke zu schließen. So ist beispielsweise eine Ausweitung von Zuschüssen für Weiterbildung sowie laufende Personalkosten in Anlehnung an das Transferkurzarbeitergeld zu empfehlen, um der Anreizproblematik von Arbeitgebern zu begegnen.

Darüber hinaus benötigt es einen weiteren Abbau von bestehenden Hürden angesichts einer zunehmend dynamischen Arbeitswelt und voranschreitenden technologischem Wandel, um Unternehmen in die Lage zu versetzen, rechtzeitig und fortlaufend im Rahmen eines strukturierten und sozialverträglichen Prozesses Mitarbeiter zu qualifizieren und so Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

Die Vorteile sind dabei zahlreich: Neben dem erforderlichen Ausgleich von Überkapazitäten und Fachkräftemangel und den damit verbundenen finanziellen Vorteilen können positive Effekte auf die Mitarbeitermotivation, die Unternehmensreputation und auf die langfristige Wettbewerbsfähigkeit entstehen.

Eine ausführliche Betrachtung der Thematik gibt es hier: 

 

[1] Bundesagentur für Arbeit (2021). Gemeldete Arbeitsstellen nach Berufen (Engpassanalyse).